Die Zukunftsmacherin - Gabriele Hagedorn & Lea Remmers
Shownotes
Für Lea Remmers und Gabriele Hagedorn beginnt Zukunft dort, wo Frauen Unterstützung finden und selbstbewusst ihren eigenen Weg gehen können.
Mit der „Lila Hilfe" und dem Projekt „Frauenstark" stärken sie Frauen in schwierigen Situationen und machen gesellschaftliche Missstände sichtbar, über die sonst niemand spricht.
Im Podcast erzählen Frau Remmers und Frau Hagedorn, was sie antreibt, wie aus ihren Ideen konkrete Projekte wurden und welche Rückschläge sie dabei überwinden mussten. Wir sprechen über ihren persönlichen Weg und darüber, wie sie sich die Zukunft unserer Region vorstellen.
Warum sie für die „Zukunftsmacherin 2026" nominiert wurden und was für sie eine echte Zukunftsmacherin ausmacht, verraten sie in dieser Folge.
„Zukunftsmacherin 2026" – der Podcast der Mediengruppe Kreiszeitung.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zur nächsten Folge der Zukunftsmacherinnen.
00:00:04: Wenn ihr noch nicht genau über das Projekt Bescheid wisst, dann schaut einfach mal bei Folge eins vorbei, da wird euch das Projekt der Zukunftsmacherinnen ganz genau erklärt!
00:00:12: Ich sitze hier aber mit den Nächsten Nominierten für die Zukunftsmachherinnen – und zwar mit Gabi Haagedorn.
00:00:18: Sie
00:00:19: hat ein Projekt in die Welt gerufen, dass Frauen stark heißt im Twistering korrekt?
00:00:24: Und es ist dafür da damit Migrantinnen ihr Deutsch verbessern können.
00:00:29: Richtig.
00:00:30: Erzählen Sie uns noch mal ein bisschen von der Idee bzw.
00:00:33: von Ihrem Engagement?
00:00:35: Okay, also eigentlich hatte ich ja schon viele Jahre was in der Flüchtlingsinitiative gemacht und habe mich sowieso für das Thema Migration interessiert und habe dort gearbeitet.
00:00:45: Und eigentlich war auch die Luft raus, als ich mich dazu entschieden habe.
00:00:50: Denn ich war zu einem Vortrag, das war kurz nach dem OKI-Krieg wo es nochmal darum ging wie wichtig das Engagement jedes Einzelne ist.
00:01:01: Und das hat mich mit dem Referenten so fasziniert, dass ich gesagt habe okay also das ist jetzt für mich nochmal eine Möglichkeit neu durchzustarten oder hat mich so motiviert, daß ich es noch mal neu angegangen bin.
00:01:14: Ich habe schon immer zusammen mit anderen Leuten, mit Daniela Masorenko und auch Sinete Nixie gehört maßgeblich mit dazu schon immer Deutschkurse angeboten.
00:01:25: aber das war jetzt nochmal was Besonderes weil wir gesagt haben Wir machen am Freitagmorgen den Treff offen für alle, die kommen möchten.
00:01:33: Egal welche Sprachniveau sie haben und ganz wichtig dabei ist dass Sinete die Kinderbetreuung übernimmt das die Frauen einfach einen Raum für sich haben und Sinete in der Zeit auf die Kinder aufpasst wie auch immer Und dann machen lernen wir in irgendeiner Form Deutsch Ganz schwach.
00:01:53: Also es kommen Leute die noch gar nichts konnten.
00:01:55: Es kommen aber auch Menschen oder Frauen Die schon viele Jahre dabei sind Also viele Jahre in Deutschland sind, das Niveau ist ganz unterschiedlich.
00:02:04: Ich versuche mich so ein bisschen darauf einzustellen was die einzelnen Teilnehmerinnen können, was sie mitbringen sodass wir immer eine Stunde tatsächlich Deutsch üben.
00:02:14: aber dann ist auch ganz wichtig dass wir eine Stunde bei Kaffee einfach nur zusammensetzen zusammen mit den Kindern und uns da über allgemeine Themen austauschen.
00:02:24: Und da besprechen wir von wenig Politik, aber besteh ich immer darauf dass wir das auch zwischendurch mal besprechen.
00:02:34: Was ist gerade in der Schule?
00:02:36: Wie geht das mit dem Wasser in Deutschland, wie ist es mit dem Müll.
00:02:40: Das ist ja auch so ein Thema für alle grundlegende Sachen genau aber halt auch was ist gerade dran bei den Frauen und was ist dort dauernd Thema.
00:02:51: Und darüber hinaus wenn der Wunsch geäußert wird ich möchte jetzt doch Fahrrad fahren lernen.
00:02:56: zum Beispiel machen wir aus dem Freitagmorgen heraus treffen wir uns zum Fahrradfahren üben.
00:03:04: Wir haben zum Glück die Möglichkeit, dass wir ein paar Fahrräder haben.
00:03:07: Ich bin glaube ich auch ein bisschen bekannt dafür das sich Fahrrädern vermittelt.
00:03:11: für Migrantinnen oder was auch fest ist in den Sommermonaten ist, dass sie regelmäßig walken.
00:03:18: also wir haben eine feste Walking-Gruppe.
00:03:21: Und ansonsten, wenn jemand sagt er möchte dies oder das mal ausprobieren.
00:03:25: Oder können wir das nicht mal machen?
00:03:27: Oder auch ich habe hier oder da das Problem.
00:03:30: Dann schaue ich dass ich helfen kann.
00:03:33: Sie haben mir fast schon ein paar Sachen vorweggenommen!
00:03:35: Ich wollte...
00:03:36: Entschuldigung sie haben mich nicht!
00:03:38: Das ist
00:03:38: absolut schön!
00:03:39: Ich sollte nämlich eigentlich fragen wie das Ganze angefangen hat und welche Probleme sie so lösen wollten.
00:03:45: Und letztendlich ist es ja eine Sozialisierung gewesen, es ist ja einfach die Sprache lernen gewesen.
00:03:54: Genau also das ist so ein bisschen so... Also mir ist ganz wichtig dass wir zusammen in Austausch kommen.
00:04:02: Auch die Migrantinnen untereinander aber auch so ein bißchen der Bezug ist so jemand wie mich hier auch immer der halt Deutsch ist wenn was auch immer.
00:04:14: das heißt dass es dann eine Berührung gibt.
00:04:19: Und bei ganz vielen Frauen ist gerade das Problem, dass sie sagen ich habe überhaupt gar keine Zeit aber Deutsch lernen das muss ich und da komme ich hin.
00:04:30: also wir sind natürlich man kann nicht mit einem freitagmorgen in einer stunde irgendwas an deutsch lernen.
00:04:37: also das geht überhaupt nicht.
00:04:43: Über die Verbindung, über das wir einfach sprechen oder so kommen schon Beziehungszustande beziehungsweise wird dann doch etwas verstanden.
00:04:51: Wird vielleicht auch das nächste Mal beim Einkaufen der Mut zusammengenommen zu sagen ich spreche jetzt selber und überlässt es nicht dem Kind oder mache nur Zeichensprache oder so.
00:05:00: aber ist halt so ja dass es einfach den Aufhänger braucht.
00:05:06: Wir lernen Deutsch weil ansonsten Das sind ja ein bisschen Klischees.
00:05:14: Wenn ich sage, es ist so mit Migrantinnen natürlich gibt das nicht die Gruppe Migrantin aber es ist schon so dass sehr viele auf das klassische Frauenbild festgelegt sind auch viele Kinder immer im Spiel sind und da kaum sich eine Möglichkeit einer Entwicklung bietet.
00:05:32: Das braucht viele Jahre, das braucht ne ganz lange Zeit.
00:05:36: Aber mir ist es halt einfach wichtig einen Anlaufpunkt haben, wo sie sagen können da kann ich hingehen.
00:05:43: Also bei uns ist es auch so es kommen welche.
00:05:45: also ich kenne viele Frauen seit vielen Jahren Sie kommen immer mal wieder eine Zeit dann ist bei was anderes dran und das ist auch ein richtiger Deutschkurs mal daran dass gar keine zeit mehr dafür ist.
00:05:54: also das ist ganz unterschiedlich
00:05:56: Ganz vielfältig.
00:05:57: Wann haben Sie denn gemerkt?
00:05:59: Das hat Wirkung.
00:06:00: was ich mache gab's doch so'n Schlüsselmoment für Sie.
00:06:04: Nein, also das kann ich eigentlich nicht sagen.
00:06:07: Was mich immer wieder voranbringt ist wenn einzelne Frauen etwas geschafft haben.
00:06:15: Wenn wirklich heute Morgen hat... habe ich einen Anruf bekommen, der Mann einer Migrantin die zu mir kommt.
00:06:25: Dem habe ich etwas geholfen bei einem neuen Arbeitsplatz zu finden und wir haben heute Morgen die Zusage bekommen das das geklappt hat und dass er diesen Arbeitsplatz bekommt.
00:06:34: Das sind Dinge, die mich dann motivieren weiterzumachen.
00:06:40: also es gibt auch viele Dinge wo ich denke Ich habe heute jetzt wirklich keine Lust mehr oder so, aber wenn ich dann sehe ja jemand kommt in Ausbildung also es geht dann über die Kinder dieser Migrantin.
00:06:52: Die kommen dann in Ausbildung.
00:06:53: oder Ja jemand macht einen Deutschabschluss.
00:06:57: Es gibt Frauen, die nie einen Kurs besucht haben und trotzdem mittlerweile Prüfungen nach und nach gemacht haben im Laufe der letzten Jahre.
00:07:07: Und jetzt bei B-II sind.
00:07:09: das ist ein sehr hohes Niveau finde ich für Frauen die nur zu Hause selber lernen dass man das überhaupt kann.
00:07:16: Bei mir kommt eine Frau Sie kann nicht lesen und schreiben in Ihrer Muttersprache, sie durfte nicht zur Schule gehen.
00:07:23: Sie hat das hier in Deutschland zum ersten Mal gelernt, zur Schule zu gehen und zu schreiben.
00:07:31: Es ist ja klassisch
00:07:31: z.B.,
00:07:34: wenn Sie eine Sprache lernen dann machen Sie wo Kabel heft – in meiner Sprache wie auch immer!
00:07:39: Es war ja nicht möglich für sie.
00:07:40: Sie konnte in ihrer Sprache nicht schreiben und sie hat es hier bis zu einem B-I Abschluss geschafft, das ist eine Wahnsinnsleistung.
00:07:50: Wenn man überlegt, man hat fünf Kinder die ganz näher Anforderungen, die man in Deutschland hat, das System verstehen, die Kinder in der Reihe bringen, die Schulbegleitung usw.
00:08:02: Und dann selber das soweit zu schaffen!
00:08:05: Das ist eine Wahnsinnsleistung, da kann ich nicht mithalten.
00:08:09: Ich habe versucht den Corona niederländisch zu lernen ja also...
00:08:14: Also
00:08:14: ich hab tatsächlich kroatische Kurse
00:08:16: besucht
00:08:17: drei Stück
00:08:17: und es
00:08:18: ist jetzt inzwischen...ich müsste auch erst mal wieder die Bücher wehzen!
00:08:21: Genau das ist eine wahnsinnes Leistung so was zu bringen und ich finde dass.
00:08:26: also das beflügelt mich auch und ich denke auch dass es wert ist nach außen zu tragen Weil wir kriegen ja immer mehr, auch jetzt in dieser... Also es wird ja immer schlimmer in Anführungsstrichen.
00:08:39: Es wird nicht, dass wir den.
00:08:40: Drive-Kring-Migration hilft uns ein Stück weit.
00:08:44: Das wissen wir alle aber in Wirklichkeit schimpfen wir darüber und ich finde das ist ...das Schicksal der Einzelnen ist doch schon beeindruckend!
00:08:52: Ja, das stimmt.
00:08:54: Was
00:08:54: bedeutet für Sie denn eigentlich der Begriff Zukunftsmacherin?
00:08:59: Genau.
00:09:02: Also wirklich, ich war ein bisschen... als sie auf mich zukamen von der Kreiszeitung.
00:09:07: Dass ich da irgendwie nominiert bin.
00:09:12: Da habe ich gedacht was Zukunft machen weiß ich nicht.
00:09:15: Ich schaue selber gar nicht so positiv in die Zukunft Und habe dann gedacht, nee aber es ist glaube ich weh.
00:09:21: Es ist ja eigentlich mein Ansatz in kleinen Dingen nach vorne schauen sich nicht davon beeindrucken lassen oder wie auch immer dass man sagt das hat sowieso alles keinen Sinn Das sind die Politiker die entscheiden müssen oder so sondern nein eigentlich ist jeder Anzülle verantwortlich für sich und seinen Kreis und deshalb bin ... ein Stück weit natürlich geehrt, dass jemand denkt ich gestalte Zukunft.
00:09:52: Weil ich selber gerade das so nicht empfunden habe.
00:09:54: aber doch jetzt kann ich wieder sagen ja, das stimmt.
00:09:57: Wann haben Sie zuletzt gedacht?
00:10:00: Da verlohnt sich das!
00:10:02: Ja heute Morgen!
00:10:05: Aber...
00:10:10: Also heute Morgen war es wirklich ein
00:10:11: Erfolgserlebnis.
00:10:12: Heute Morgen war's wirklich ein Erfolgserlebnis weil jeder der in Arbeit kommt Also das ist wirklich, wir brauchen diese Menschen.
00:10:22: Wir brauchen Migranten für... wir kriegen unsere Arbeit nicht bewältigt wenn wir nicht Zuzug haben und wenn dann etwas Positiv gelingt, das ist ja leider so.
00:10:35: Sie kommen aus vielen Ländern die überhaupt nicht mit uns kompatibel sind.
00:10:39: eigentlich.
00:10:39: also dass Verständnis für das wie es bei uns in Deutschland läuft ist halt ein ganzes ist nicht da.
00:10:45: Die Communities sind mittlerweile so groß dass sie überhaupt keinen Kontakt zu Deutschen mehr eigentlich brauchen weil sie innerhalb ihrer Community gönnsliche Informationen bekommen ich aber der Ansicht bin dort werden oft falsche Informationen weitergegeben und weil es auch an einem finden dessen was der Einzelne da erlebt hat.
00:11:06: und deshalb freue ich mich über jeden, der neu kommt.
00:11:10: Der sagt Ich habe Lust auch am Freitagmorgen zu kommen.
00:11:14: zum Beispiel bei den Frauen ist es so.
00:11:15: Ich freu mich über jede Frau die regelmäßig kommt und sagt ich will da etwas wissen was lernen.
00:11:21: also wie gesagt wir lernen da sporadisch Vokabeln aber wir lernen halt schon ein bisschen Ja, fürs Leben für Dinge in Deutschland und ich lerne halt auch ganz viel.
00:11:33: Das muss man auch ganz klar sagen Ich bekomme unheimlich viel zurück.
00:11:37: weil also was habe ich?
00:11:38: Was wusste ich von Syrien zum Beispiel?
00:11:41: damals ist ein Land irgendwo wie auch so Aber hab jetzt schon kann da anders drauf schauen oder so.
00:11:48: aber auch im Zwischenmenschlichen oder so ich lernte unfassbar viel Und das ist halt auch etwas, wo ich sage.
00:11:55: Ja genau dieses Lernen möchte ich auch weiter erleben.
00:11:59: Also wachsen sie so wie die Migranten und man zieht sich gegenseitig hoch?
00:12:04: Genau!
00:12:06: Frau Haraldon wir sind schon fast am Ende.
00:12:08: Ich will gar nicht viel ihrer Zeit rauben aber eine kleine Sache habe ich noch und zwar habe ich vier Sätze Wo ich sie bitten würde mir die zu beenden.
00:12:16: Gehen Sie sich ruhig im Moment in Zeit dann... Ich bin eine Zukunftsmacherin
00:12:22: Weil weil mir eine lebenswerte Gesellschaft wichtig ist, in der meine Kinder auch noch eine gute Zukunft haben.
00:12:31: Die Welt braucht mehr Menschen die?
00:12:34: Anpacken und aufeinander zugehen.
00:12:39: Wenn ich morgen etwas in meiner Region verändern könnte dann
00:12:45: würde ich einen Treffpunkt für Migrantinnen in Twistring aufbauen.
00:12:51: Und jetzt Last but not least
00:12:53: Die Zukunft
00:12:54: beginnt für mich wenn?
00:12:57: Jeder Tag neu beginnt.
00:12:59: Vielen Dank!
00:13:00: Frau Hagedorn, mehr will ich gar nicht ihrer Zeit klauen.
00:13:03: Vielen vielen dank dass die bei mir im Studio waren.
00:13:05: in diesem Sinne liebe Hörerinnen und Hörern das war's mit dieser Folge.
00:13:20: Hallo
00:13:20: und herzlich willkommen zur nächsten Folge, die Zukunftsmacherinnen.
00:13:24: Heute wundert euch also bitte nicht liebe Hörerinnen und Hörern.
00:13:27: wir sind audio technisch ein bisschen anders unterwegs weil wir das ganze online aufnehmen.
00:13:32: Also bitte nicht wundern falls da eventuell mal so ein kleines Kraxen oder so drin ist.
00:13:36: Das ist normal.
00:13:38: Ich sitze hier zusammen mit Frau Lea Remers.
00:13:44: klingt erstmal unspannend, aber es ist ein ganz spannendes Thema und liebe Lea erzähl mir doch mal was ist die Lila Hilfe?
00:13:50: Worum geht's eigentlich?
00:13:51: Was macht ihr?
00:13:52: Ja sehr gerne.
00:13:54: Dass wir uns online treffen passt auch ganz gut denn wir arbeiten hauptsächlich digital auch derzeit genau Die Lila-Hilfe.
00:14:02: was ist das eigentlich?
00:14:05: Das ist ein Verein hauptsächlich getragen von ihren antlichen Frauen unter anderem mir natürlich aber auch anderen die bundesweit solidarische Unterstützung organisiert für andere Frauen und von frauenfeindlicher Gewalt Betroffenen, genau.
00:14:26: Die zum Beispiel finanzielle Hilfe benötigen bei Anwaltskosten nach erlebter Gewalt oder überhaupt erst mal Anwalzkontakte benötigten oder aus Sozialunterstützung.
00:14:39: Genau!
00:14:40: Und die melden sich bei uns schauen was wir dann ermöglichen können.
00:14:46: Und wie hat das Ganze angefangen?
00:14:48: Also, wie habt ihr das Projekt gestartet?
00:14:51: Das Projekt gibt es jetzt seit knapp fünf Jahren sozusagen im Kopf.
00:14:59: Genau auf Papier und in der Realität noch nicht so lange.
00:15:02: Es hat angefangen damit dass ich und ja zunächst einmal eigene Freundinnen von mir festgestellt haben Es gibt Frauenhäuser, es gibt Frauenberatungsstellen.
00:15:15: Es gibt eine Art Gewaltschutzstruktur die auch sehr institutionalisiert ist aber trotzdem fehlt an allen Ecken und Kanten und vor allem fehlts häufig dann ganz akut.
00:15:27: also wir hatten im weiteren Freundeskreis je älter wir werden das so häufiger halt auch eben Fälle auch häuslicher Gewalt in der Ehe aber auch Nachtrennungsgewalt in Bezug auf sorgerecht Streitigkeiten und so weiter.
00:15:46: Das hat sich irgendwie gesammelt, wir haben dann darüber gesprochen, dass es gar keine kollektive Gegenwehr gibt oder kein kollektives Schultern.
00:16:05: irgendwie alle potenziell oder eben auch schon selber betroffen waren, oder sein werden und dass wir trotzdem das alles so sehr einzeln dagegen vorgehen.
00:16:17: Oder sich wehren oder halt auch irgendwie damit umgehen müssen, auch mit den Kosten.
00:16:23: Und warum wird es eigentlich nicht irgendwie gemeinsam dann ein bisschen füreinander sorgen?
00:16:29: Und ja, das war dann eigentlich so die Initialzündung.
00:16:33: Wir dachten irgendwie okay wir gucken mal vielleicht gibt's sowas schon?
00:16:37: Also irgendwelche Versuche das kollektiv zu schultern und bis auf sozusagen einzelne Kampagnen.
00:16:44: also wir erinnern uns es gab auch in der Vergangenheit immer wieder öffentliche Kampagne wo Spenden gesammelt wurden für einzelne Frauen oder einzelne Gruppen von Frauen die Gewalt erfahren haben und wo eine große Öffentlichkeit war.
00:16:58: Aber so das Groh, der ich sage jetzt mal Otto-Normalfrau die auch als Ebengewalt erlebt hat diese Struktur halt nicht im Rücken.
00:17:07: Und ja und dann haben wir das selber angegangen und überlegt wie muss sowas aussehen?
00:17:16: Wie kann sowas aussäen damit es funktioniert und haben genau dann angefangen diesen Verein ins Leben zu rufen
00:17:26: Und diese Probleme wolltet ihr dann ja im Grunde auch lösen, dass einfach Betroffenen, sage ich jetzt mal, Betroffene einfach Hilfe geboten wird.
00:17:34: Genau!
00:17:35: Wir wollten das lösen und vor allem, dass sie sich nicht alleine fühlen.
00:17:38: also wir sind jetzt dabei Unterstützung auch vor einem Auszug zahlen.
00:17:45: finanziell seit Herbst zwanzig dreiundzwanzig.
00:17:52: da wir immer noch relativ klein sind, können wir wirklich bei Weitem nicht alles bezahlen häufig.
00:18:01: Aber wir können es insofern lösen dass jede Frau die sich an uns wendet irgendwie Unterstützung erhält von uns und damit sozusagen nicht mehr so alleine ist was auch schon viel ausmacht, allein zu merken okay mir passiert sowas aber es gibt da andere glauben wir und lösen wird sich das Problem, also das grundlegende Problem nicht alleine mit uns.
00:18:30: Und es ist ein langer Weg aber genau wie erhoffen war einen großen Teil zu beizutragen in den wir eben zeigen Wir können dass auch alleine gemeinsam organisieren.
00:18:42: und ja für uns Sorgen
00:18:47: Wann hast du dann gemerkt, was ich mache und ob das hat Wirkung?
00:18:50: Gibt es da so ein Schlüsselmoment für
00:18:51: dich?
00:18:54: Ja beziehungsweise immer mal wieder.
00:18:57: Also ich glaube einer der prägensten Momente natürlich war die erste Unterstützung auszuzahlen also die ersten Überweisungen zu tätigen die ich nicht selber persönlich gemacht habe, sondern unsere Finanzerin.
00:19:16: Aber wir sozusagen alle genau mitgefiebert haben.
00:19:21: und ja, ich glaube das war so einer der Schüssemomente.
00:19:25: also wirklich zu merken so wow diese ganze Arbeit das bürokratische das konzeptuelle irgendwie Frauen zusammen zusammenzutrommeln, die mitmachen wollen und diese Arbeiten betragen wollen Das hat jetzt irgendwie in diesem Moment so einen Höhepunkt gefunden.
00:19:45: Wir können die erste Frau wirklich finanziell unterstützen, genau und solche Momente gibt es seitdem immer mal wieder auf das Frauenrückmelden.
00:19:54: So hey, liebe Lila-Hilfe-Frauen!
00:20:00: Ich konnte durch eure Unterstützung irgendwie mal durchatmen.
00:20:06: Prozess irgendwie.
00:20:08: Ich bin die ganze Zeit nur am Kämpfen und hadern, und durch euch konnte ich zumindest was diesen finanziellen Aspekt zum Beispiel angeht mal durchatmen mit meinen Kindern in Urlaub fahren.
00:20:22: Genau solche Momente sind sehr rührend auf jeden Fall und auch das Frauen nachdem wir sie unterstützt haben also es sind jetzt auch ein paar Jahre dass wir das machen tatsächlich auch Mitglied geworden sind.
00:20:38: Also gesagt haben, mir geht es jetzt besser, diese Struktur hat mir geholfen und ich möchte das... Ich möchte Teil dessen sein, ich möchte auch anderen Frauen irgendwie zur Seite stehen.
00:20:51: Herrlich!
00:20:52: Das ist ja eine Winn-Situation dann für beide Seiten.
00:20:54: Total, genau.
00:20:56: Das sollte auch sein letztlich.
00:20:59: Was bedeutet für
00:21:00: dich denn eigentlich der Begriff Zukunftsmacherin?
00:21:03: Ja Zukunftsmacherin, ich finde das ist ein großer Begriff.
00:21:06: Ich warte mich da gar nicht zu weit aus dem Fenster.
00:21:10: Zukunftsmachere ja vor allem Inspiration glaube ich also Inspiration für andere schaffen in die Zukunft zu blicken.
00:21:21: wir leben in der Zeit in der sehr viel Kessimismus da ist auch aus guten Gründen aber wir brauchen eben halt auch Inspiration und eine gesunde Portion Optimismus und Kreativität vielleicht auch, um mit den kommenden und derzeitigen Lagen zurechtzukommen.
00:21:45: Und daraus was zu machen und auch zu verändern zum Guten.
00:21:49: Ich glaube für mich Zukunftmacherin bedeutet davon ein Teil zu sein also vielleicht für andere eine Inspiration zu sein die sehen wow Wenn die das kann, dann kann ich das auch.
00:22:03: Und ja da vielleicht zu beizutragen dass mehr Menschen optimistisch und mit Tatkraft in Zukunft schauen so.
00:22:18: Wann hast du denn zuletzt gedacht oh dafür lohnt sich das alles?
00:22:23: Ja ich glaube das hängt eng zusammen auch mit den Momenten die ich vorhin beschrieben habe also mit diesen wirklich momenten zu merken Wir machen einen Unterschied für die betroffenen Frauen und für deren Familien, für deren Kinder.
00:22:41: Dafür lohnt sich diese ehrenamtliche teilweise auch Nervenausgreibende Arbeit und anstrengende Arbeit.
00:22:48: aber genau zu merken das ändert wirklich etwas in dem Leben der anderen.
00:22:58: zum Guten Ja.
00:23:01: Und auch bei mir selber, also ich habe durchaus auch viele andere Menschen und Frauen vor allem natürlich Frauen kennengelernt in diesem Verein, die ich auch nicht möchte.
00:23:16: und ja ein Gefühl von Handlungsfähigkeit so.
00:23:23: Das wäre an sich eine super schöne.
00:23:26: letzte Worte gerade Aber ich bin ja noch nicht ganz fertig mit dir.
00:23:29: Ich habe
00:23:29: noch ein kleines
00:23:30: Spielchen vorbereitet, ist auch gar nichts so tragisch.
00:23:32: Ich möchte eigentlich nur das du mir vier kurze Sätze beendest.
00:23:36: Oha!
00:23:37: Ja.
00:23:37: Ich starte mal.
00:23:38: Ich
00:23:38: bin eine Zukunftsmacherin weil...
00:23:44: Weil ich die Zukunft machen kann?
00:23:48: Die Welt braucht mehr Menschen, die
00:23:53: optimistisch und halbkräftig in die Zukunft schauen.
00:23:57: Wenn ich morgen etwas in meiner Region verändern könnte dann
00:24:02: dann gewaltigen Frauen beenden.
00:24:06: Und der letzte Last but not least, die Zukunft beginnt für mich wenn?
00:24:12: Wenn wir uns zusammenschließen statt gegeneinander zu arbeiten.
00:24:19: Super ich danke
00:24:19: dir
00:24:20: liebe Hörerinnen und Hörers.
00:24:22: das war Lea Renners von der Delahilfe.
00:24:24: Vielen vielen Dank.
00:24:24: dass sie alle zugehört haben und zugeschaut haben ist ja auch wie die Format wieder unterwegs und ich drück dir ganz kräftig die Daumen.
00:24:32: noch bist du nominiert vielleicht gewinnst Du.
00:24:33: Wir werden es bei der großen Mal erfahren und vielen Dank fürs Zuhören.
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